Freiwillige Feuerwehr Gustorf/Gindorf
Geschichte

 

 

Am 6. September 1926 fand in der Gaststätte Seulen unter der Leitung des damaligen Bürgermeister Postels eine Versammlung der Ortsbewohner der Gemeinden Gustorf und Gindorf statt. Die anwesenden zwei Vertreter des Kreisfeuerwehrverbandes und der damaligen Kreisbrandmeister Neukirch, begrüßten den Versammlungsbeschluss zur Gründung von zwei freiwilligen Feuerwehren.

Am 11. November 1926 wurden vom Gemeinderat Gindorf die Brandmeister Adam Kirchbaum zum Wehrleiter und Matthias Burbach zum stellvertretenden Wehrleiter ernannt. Die Wehr erhielt eine Beihilfe von 1000 Reichsmark zur Materialbeschaffung.

Am 12. November wurden vom Gemeinderat Gustorf die Brandmeister Karl Friedel zum Wehrleiter und Hubert Kremer zum stellvertretenden Wehrleiter ernannt. Auch hier wurden  Gelder für Materialbeschaffung zur Verfügung gestellt.

Die aus dieser Zeit bekannten Gründungsmitglieder beider Feuerwehren waren:

Adam Kirchbaum, Matthias Burbach, Karl Friedeler, Hubert Kremer, Jakob Backhausen, Hermann Weckop, Bernhard Breuer, Matthias Baust, Matthias Biermann, Wilhelm Faßbender, Bernhard Hoch, Jean Linken, Philipp Postels und Josef Prick.

Wann genau und warum aus diesen beiden freiwilligen Feuerwehren die verbleibende freiwillige Feuerwehr Gustorf entstand, ist historisch nicht hinterlegt.

Festgeschrieben ist allerdings, dass von 1933-1945 Hermann und Jakob Backhausen Wehrführer, Josef Prick stellvertretender Wehrführer und Jakob Backhausen Geschäftsführer waren. 1945 übernahm Jakob Backhausen die Führung der Wehr, sein Stellvertreter blieb Josef Prick und Geschäftsführer wurde Adam Kirchbaum. Ab 1955 leiteten als Wehrführer Christian Stark und ihm zur Seite Helmut Dickers die Gustorfer Feuerwehr. Als Geschäftsführer fungierte Edmund Schnorrenberg. Nach der kommunalen Neugliederung 1975 wurde die freiwillige Feuerwehr Gustorf als einer von neun Löschzügen, in die freiwillige Feuerwehr Grevenbroich als – Löschzug Gustorf -  eingegliedert.

Wehrführer der freiwilligen Feuerwehr Grevenbroich wurde Willi Esser. Löschzugführer wurde Christian Stark , stellvertretender Löschzugführer Helmut Dickers und Geschäftsführer Edmund Schnorrenberg. 1981 verstarb leider viel zu früh, der allseits beliebte Christian Stark. Als neuen Löschzugführer wählte die Feuerwehrkameraden Jakob Monissen und als stellvertretenden Löschzugführer Theo Winters, die anschließenden vom Stadtbrandmeister in ihre Ämter ernannt wurden. 1987 nahm Hans-Theo Baust als erster an einem Hauptbrandmeister Lehrgang, an der Landesfeuerwehrschule in Münster, teil. Da Jakob Monissen hauptberuflich Mitglied einer Werkfeuerwehr war, durfte er das Amt des Löschzugführers nur für eine bestimmte Zeit kommissarisch ausüben. Somit wurde 1988 Hans Theo Baust zum Löschzugführer ernannt. Sein Stellvertreter blieb Theo Winters und Geschäftsführer blieb Edmund Schnorrenberg. 1995 wurde nach mehr als 30 jähriger Tätigkeit als Geschäftsführer Edmund Schnorrenberg in die Alters- und Ehrenabteilung versetzt. Das Amt des Schriftführers übernahm bis 1998 Friedrich Backhausen und von 1998 bis 2003 Michael Becker. Zum Kassierer wurde Marcus Reipen gewählt. Nachdem Theo Winters 1997 als Stellvertreter Löschzugführer zurücktrat, wurden vom Stadtbrandmeister Peter Hilgers die Kameraden Uwe Kohlbach und Ralf Weenen (2000) dem Löschzugführer als Stellvertreter zur Seite gestellt. Auf der 75-jährigen Jubiläumsveranstaltung 2001 wurde von der Dezernentin

Frau Barbara Kamp eine langgewünschte Namensänderung beurkundet.

- Löschzug Gustorf / Gindorf  -

Nachdem im Jahre 2002 durch den Gesetzgeber Funktionen und Dienstgrade getrennt wurden setzte der Stadtbrandmeister Peter Schlangen, auf der Jahreshauptversammlung 2003, diese Änderungen wie folgt um.

Löschzugführer und Brandinspektor Hans-Theo Baust

Stellvertretender Löschzugführer und Hauptbrandmeister Uwe Kohlbach

Gruppenführer und Brandinspektor Hans-Dieter Becker

Gruppenführer und Hauptbrandmeister Marcus Reipen

Gruppenführer und Oberbrandmeister Jürgen Weenen

Stellvertretender Gruppenführer und Brandmeister Markus Breuer

Stellvertretender Gruppenführer und Oberbrandmeister Hubert Schweren

Uwe Kohlbach besuchte 2004 den Zugführerlehrgang (F4) am Institut der Feuerwehr in Münster und wurde auf der Jahreshauptversammlung 2005 zum Brandinspektor befördert.

Bis zum heutigen Tag leiten Uwe Kohlbach als Löschzugführer, Marcus Reipen als stellvertretender Löschzugführer, Stefan Dölling als Kassierer und Markus Breuer als Schriftführer sachlich und fachlich die Geschicke des Löschzuges Gustorf / Gindorf. In all den Jahren standen der jeweiligen Führung, fachlich hochqualifizierte Brandinspektoren, Hauptbrandmeister, Oberbrandmeister und Brandmeister für erfolgreiche Einsatzabläufe und qualifizierte Fort- und Weiterbildung als Unterstützung zur Seite. Dies waren im Einzelnen: Wilhem Koch, Michael Meuter, Hermann Monissen, Jürgen Holz, Hans Dieter Becker, Walter Busse, Markus Reipen, Jürgen Weenen, Markus Breuer und Hubert Schweren.

1997 wurde als erste Frau Stefanie Romanski in den Löschzug Gustorf aufgenommen.

Die Gustorfer Feuerwehr erhielt bereits im Jahre bereits im Jahre 1953 ihr eigenes Grätehaus auf der Sinstedenstrasse in Gustorf, welches die beiden alten Spritzenhäuser, „Auf dem Wiler“ in Gustorf und „Zur Hammhöhe“ in Gindorf ablöste. Im gleichen Jahr wurde das erste Feuerwehrfahrzeug ein LF 8 (FORD) angeschafft. Am 30. August 1962 war Planungsbeginn für ein neues, größeres und moderneres Gerätehaus. Wegen der umstrittenen Standortfrage (Bahnübergang) wurde dem Neubau erst am 6. Juli 1967 mit Standort, Langer Weg 2, zugestimmt. Am 29.November 1968 konnte das neue Gerätehaus bezogen werden. Die Baukosten für das 2500 Kubikmeter umbauten Raum große- und mit einem 23 Meter hohen Steigerturm versehen Bauobjekt betrug 565.000 DM.

1965 erhielte die Feuerwehr Gustorf zwei neue Feuerwehrfahrzeuge, ein LF 16 (Mercedes und ein TSF(T) (VW) die einer Feierstunde vom Bürgermeister Kropp der Wehr übergeben und anschließend vom damaligen Pfarrer Rosch eingesegnet wurde.

Im Zeitalter der immer sich verbessernden und modernisierenden Technik musste im Laufe der Jahre auch die Feuerwehr stets umorganisiert und optimiert werden. Der Radmelder mit Horn wurde durch den Sirenenalarm und dieser später durch Funkmeldeempfänger ersetzt. Nicht mehr dem neuesten Stand der Technik entsprechende Schutzausrüstungen und Rettungsgeräte wurden durch technische perfektionierte ersetzt. So wurde zum Beispiel 1988 ein25 Jahre altes LF 16 durch ein modernes LF 16 ersetzt.

Das für unseren Standard veralterte aber noch gut erhaltene Fahrzeug wurde von der Stadt Grevenbroich der armen Gemeinde Esposende im Norden Portugals geschenkt. Nach Abklärung der Formalitäten begaben sich im Dezember 1988 drei Feuerwehrkameraden vom Löschzug Gustorf ( Hans-Theo Baust, Hans Backhausen, Hubert Schweren) auf die 5000 km lange abenteuerliche Reise und überbrachten das Fahrzeug bestimmungsgemäß. Noch heute wird dort zur Waldbrandbekämpfung eingesetzt.

Bedingt durch die neue Fahrzeugkonstellation der Feuerwehr Grevenbroich wurde ab 1997 das Gerätehaus Gustorf zu klein. Ein fünfter Einstellplatz musste geschaffen werden. Nachdem die Stadt Grevenbroich Gelder für die Beschaffung fünf neuen Hallentoren bewilligt hatte, gingen die Kameraden des Löschzuges an die Arbeit. In über einjähriger Arbeit wurde von den Kameraden der Alters- und Ehrenabteilung und von den aktiven Kameraden ein fünfter Einstellplatz geschaffen und dabei fast das ganze Gerätehaus saniert und renoviert. Zur Zeit beherbergt das Gerätehaus Gustorf folgende Fahrzeuge:

 

·        LF16 TS  Löschgruppenfahrzeug

·        TLF8/16 Tanklöschfahrzeug

·        MTF Mannschaftstransportfahrzeug

·        Schlauchwagen mit 2000m Schlauchmaterial

·        Abrollbehälter Schlauch mit 5000 Meter Schlauchmaterial

·        Anhänger mit Schaum- Wasserwerfer

 

 

Zu den vielen Einsätzen (ca. 70 - 120 Stück im Jahr) bei denen der Löschzug im Laufe der zurückliegenden Jahre eingesetzt war, gehören folgende nennenswerte Großeinsätze

 

Von 1955 bis 1965

-          Schuhfabrik Rüdelstein

-          Schreinerei Schleiden Gindorf

-          Baggermontageplatz Westfeld

-          Wassermühle Gindorf

-          Hochwasser in Hoppers, Schlich, Neuenhoven ( 4 Tage Einsatz)

-          Maschinenfabrik Buckau & Wolf

 

Von 1965 bis 1975

-          Kunststofffabrik Ferch und Nabben Gustorf

-          Mühle Krahwinkel Gindorf

-          Auto-Cross Strecke Gustorf (Brandeinsatz und Menschenrettung)

 

Von 1975 bis 1985

-          Gaststätte Franken Gustorf

-          Hallenbad Gustorf (Wasser und Chlorgasalarm)

-          Gaststätte Hinzen

-          Öleinsatz Langer Weg

-          3 Familien Wohnhaus, Kirchstrasse Gustorf

 

von 1985 bis 1995

-          Rauchgasentschwefelungsanlage Kraftwerk Neurath

-          Sondermülldeponie Neuenhausen

-          Brandeinsatz VAW Grevenbroich

-          Brandeinsatz Gebr. Lüngen

-          Groka – Markt Wevelinghoven

-          Brandeinsatz VAW Grevenbroich ( Palettenlager

-          Menschenrettung vom Hochspannungsmast

 

Von 1995 bis 2005

-          Brand einer Werkstatthalle am Hammerwerk

-          Brand Mühle Kottmann Wevelinghoven

-          Brandeinsatz Kohlebunker Rheinbraun

-          Dachstuhlbrand, Hauptschule Gindorf

-          Verkehrsunfälle auf der L 116 und A 46

-          Brand Familienhaus mit Menschenrettung

-          Scheunenbrand Gut Heyderhof

-          Produktionshallenbrand Gewerbegebiet Ost

-          Brand in der Zentralwarte RWE-Frimmersdorf

-          Brand im Block P RWE-Frimmersdorf

Damit wollen wir unsere Betrachtung schließen, bei denen nur die wichtigsten Daten der Geschichte der freiwilligen Feuerwehr Grevenbroich - Löschzug Gustorf- Gindorf-

Erwähnung finden können.

 Wir möchten aber nicht die Frauen und Kinder, also die Familie der Feuerwehrmänner vergessen. Ihnen gebührt ein ganz besonderer Dank, vor allen Dingen, weil sie immer Verständnis für die freiwillige Tätigkeit ihrer Männer und Väter zeigten.

Hoffen wir, dass sich auch in unserer Zeit immer wieder Frauen und Männer bereit finden, die in alter Feuerwehrtradition stets bei Gefahr für Leib und Gut des Mitmenschen zur Stelle sind, ohne nach dem materiellen Nutzen zu fragen, gemäß unserem Wahlspruch

„Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“

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